Nicht nur Autos fahren in anderen Ländern...

Gina 24.6.2019

noch einige Jahre weiter, als wenn sie bei uns in der Schweiz verblieben wären.


Kennen Sie das: Sie weilen im Ausland in den Ferien und auf einmal haben Sie ein Déjà-vu, weil Sie ein Auto sehen, das genau gleich aussieht wie Ihr erster PW? Und dieses Modell wird seit einer gefühlten Ewigkeit nicht mehr produziert…

Der Clou ist, das Auto erfreut dort bestimmt noch lange Zeit jemanden.

So darf es durchaus auch mit Pflege- und Spitalbetten geschehen. Was bei uns aus unterschiedlichen Gründen nicht mehr für Bewohner und Patienten einsetzbar ist, muss nicht zwingend auf dem Sperrgut landen.

Denn eine Frage, die sich bei einer Moblilar-/Bettenbeschaffung immer stellt, ist: Wohin mit den alten Möbeln?

Eine gute Möglichkeit ist eine Spende. Wir haben bei Herrn Stöckli von der Stiftung Hilfe und Beistand des Malteser Ordens Schweiz* u. a. nachgefragt, was zu tun ist, wenn gebrauchtes Mobiliar gespendet werden will:

Herr Stöckli, Sie und Ihr Team helfen, indem Sie ausrangiertes, aber durchaus noch brauchbares Pflegemobiliar aus der Schweiz in schlecht ausgerüstete Spitäler und Heime der ärmsten Gegenden dieser Welt bringen.

Nun, wie können wir konkret vorgehen, wenn wir unsere ausrangierten Betten spenden möchten?

Sie können sich direkt an die Stiftung Hilfe und Beistand des Malteser Ordens Schweiz wenden. Wir brauchen eine Auflistung mit Anzahl der Betten, Matratzen etc. und Fotos.

Die Anfrage für die Abgabe von alten Betten und Mobiliar muss jedoch frühzeitig erfolgen, idealerweise 6-8 Wochen vor der Anlieferung der neuen Betten.

Was für Mobiliar dient am meisten?

Der Bedarf an elektrischen Spital- oder Pflegebetten ist unendlich und unsere Hilfsgüter verbessern die Situation für die Patienten in den bedürftigen Ländern in allen Bereichen.

Wir suchen aber auch Rollstühle, Rollatoren, Bettwäsche, Küchenmaterial und Berufskleider für unsere Projekte.

Wie läuft der Transport ab?

Bei grossen Mengen an Material holen wir die Ware mit dem Sattelschlepper vor Ort ab. Bedingung ist, dass die Betten ausserhalb des Gebäudes gelagert sind und ein Gabelstapler zur Verfügung steht.

Bei grossen Projekten ist auch eine Verlademannschaft aus dem Bestimmungsland vor Ort.

Für kleinere Mengen haben wir in Flamatt ein Lagergebäude und können dort lagern. Der Transport nach Flamatt muss mit uns koordiniert werden, denn wir können mit unserem Transporter nur drei Betten verladen.

Die Betten und übriges Mobiliar für die Spitäler werden von uns kostenlos an die Organisationen übergeben. Die Abnehmer verpflichten sich lediglich, die Transportkosten aus der Schweiz an den Bestimmungsort zu übernehmen.

Die Zolldokumente werden durch uns erstellt und die übernehmende Organisation muss bestätigen, dass das Material nicht weiterverkauft und keine Garantie gewährleistet wird.20190621_MalteserOrden_Bild2
Verlad von drei Sattelschleppern bei Bigla Care mit 90 Betten für die Slowakei

Wie wissen Sie, wer was benötigt?

Wir haben Wartelisten mit über 20 Altersheimen und Spitälern, die gerne Betten übernehmen würden. Wir arbeiten sehr eng mit den in der Schweiz akkreditierten Botschaftern aus der Slowakei, Bulgarien, Chile und vielen weiteren Ländern zusammen.

Jedoch können wir trotzdem nicht immer alle Betten übernehmen – manchmal fehlt schlicht zum verlangten Zeitpunkt der Abnehmer oder es scheitert am Budget für die Überfahrt.

Wie lange machen Sie diese Arbeit schon?

Wir sind eine Non-Profit-Organisation und wurden vor 25 Jahren gegründet. Seit jeher habe ich die Funktion des Direktors, welche ich ehrenamtlich und ohne Lohn ausübe.

Meine Motivation ist, unsere Hilfsgüter vor der Verschrottung zu retten und sinnvoll den armen und bedürftigen Spitälern zur Verfügung zu stellen.

In den letzten 25 Jahren haben wir über 1‘400 Sattelschlepper und Container mit Hilfsgütern verschickt und die Anzahl Betten beläuft sich auf 27‘000.

Gibt es ein Ereignis, an welches Sie sich speziell erinnern?

Wir haben beim Erdbeben in Nepal Hilfsgüter für ein Heim für 200 Waisenkinder, welche Vater und Mutter verloren haben, organisiert. Unter anderem haben wir auch Plüschtiere und Spielsachen geschickt.

Drei Monate später habe ich dann Neuigkeiten von den Kindern erhalten. Sie haben die Plüschtiere als «Eltern» adoptiert und sprechen mit ihnen über ihre eigenen, fehlenden Eltern.

Wir haben danach noch einen zweiten Container mit 200 Plüschtieren geschickt. Die Kinder haben jetzt je zwei – eines heisst Papa und das andere Mama.
20190621_MalteserOrden_Bild3
Die Waisenkinder freuen sich sehr über ihre trostspendenden Plüschfreunde (Bilder von Herrn Stöckli zur Verfügung gestellt.)

Wir danken Herrn Stöckli für das Gespräch und für die grossartige Arbeit, die er und sein Team tagtäglich leisten, um Menschen in Not zu helfen.


* Der Souveräne Malteserorden ist eine der ältesten Institutionen der westlichen und christlichen Zivilisation. Als religiöser Laienorden der Katholischen Kirche seit 1113 und Völkerrechtssubjekt unterhält der Souveräne Malteserorden diplomatische Beziehungen zu über 100 Staaten und zur Europäischen Union und hat einen dauerhaften Beobachter-Status bei den Vereinten Nationen. Der Orden ist neutral, unparteiisch und apolitisch.

Der Malteserorden ist heute in 120 Ländern aktiv und hilft Menschen in Not durch seine medizinische, soziale und humanitäre Arbeit. Tag für Tag kann er den von der Gesellschaft ausgeschlossenen Menschen mit seinem breiten Spektrum an sozialen Projekten kontinuierliche Unterstützung bieten. (Quelle: https://aidass.ch/wer-wir-sind-1/)

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