Tiere als einfühlsame Therapeuten?

Gina 4.5.2020
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Besserung dank flauschiger Kaninchen! Da ist was dran – unsere Bettenherstellerin, die wissner-bosserhoff GmbH, hat in Deutschland recherchiert.

Tiere tragen keine weissen Kittel, können keine medizinische, psychologische oder physiotherapeutische Ausbildung nachweisen, und doch ist die Resonanz ihrer „Arbeit“ riesig. Sie sind in der Lage, Erstaunliches zu bewirken – wie zum Beispiel auch Nagetiere.

Denn tiergestützte Therapie bedeutet nicht gezwungenermassen, dass Delphine, Pferde oder Hunde zum Einsatz kommen, wie das Beispiel der neurologischen Frührehabilitation im Klinikum München-Harlaching zeigt.

Im Klinikum München-Harlaching setzen Neuropsychologen zur therapeutischen Unterstützung erfolgreich auf Kaninchen, die als Besuchstiere zum Beispiel zu Schlaganfallpatienten auf die Station kommen. Eine Idee, die in anderen Ländern vorgelebt wurde, hat in Harlaching einst die Neuropsychologin Dr. Stefanie Böttger umgesetzt. Innovative Wege für aussergewöhnliche Patienten, denn nach einem Schlaganfall ist nichts mehr wie es einmal war. Dabei werden, so weiss man heute, durch frühzeitige Rehabilitationsmassnahmen die Grundsteine für den Weg zurück ins Alltagsleben gelegt. Sofern dies möglich ist, denn nicht alle Teile eines zerstörten Gehirns lassen sich wiederherstellen. Und doch können die flauschigen Therapeuten Erstaunliches bewirken und helfen zu erreichen, was mit blossen Worten nicht gelingt.

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Tiere schenken emotionale Nähe

Tiergestützte Behandlungsverfahren zielen darauf ab, durch den gezielten Einsatz von Tieren das körperliche und seelische Erleben und Verhalten von Patienten positiv zu beeinflussen und das Wiedererlernen grundlegender Bewegungen zu unterstützen. Dabei wirken Tiere auf erkrankte Menschen besonders deshalb heilend, weil sie keine Erwartungshaltung haben, nicht bewerten, Wärme ausstrahlen und emotionale Nähe schenken. Einem Patienten, der nach einem Schlaganfall in seinen motorischen Fähigkeiten enorm eingeschränkt war, vermochten die Kaninchen auf der neurologischen Frührehabilitation wieder ein Lächeln ins Gesicht zu zaubern. Sie wurden ihm auf die Bettdecke gesetzt, so dass er sie streicheln konnte. Durch emotionale Reize erreichten die Fellknäuel, was anderen Therapeuten nicht gelang: das spontane Ausstrecken seiner Arme, um die Tiere zu streicheln. Sowohl den Kaninchen als auch ihm taten diese Berührungen sichtlich gut und förderten auf angenehme Art die motorischen Bewegungen. Dabei wurde selbstverständlich darauf geachtet, dass weder Patienten noch Tiere zu Schaden kamen.

Positive Erfahrungsberichte, meist mit Hunden als „Therapeuten“, kommen auch aus dem Umfeld von Demenzbetroffenen mit verminderter Orientierungsfähigkeit und reduzierter verbaler Kommunikationsfähigkeit. Auch hier werden Tiere eingesetzt, um die motorischen Fähigkeiten der Betroffenen zu trainieren (z.B. durch Streicheln). Hunde sind in der Lage, eine nonverbale Kommunikation zu den Bewohnenden mit Demenz aufzubauen, auch wenn diese bei fortgeschrittener Erkrankung mit anderen Methoden nicht mehr erreicht werden können und ansonsten apathisch und in sich gekehrt sind. Im Umgang mit Tieren öffnen sich viele Menschen. Auch Unruhe, Stress, Schmerz und Blutdruck können so positiv beeinflusst werden.

In Pflegeheimen, in denen man zudem häufig noch Besuchshunde sieht, fördern diese die sprachliche Kontaktaufnahme zu den Mitbewohnenden. Denn die Tiere sind oft noch tagelang Gesprächsthema Nummer 1.

Viele Pflegefachkräfte begrüssen den Einsatz von Therapie- oder Besuchstieren, denn sie helfen den Bewohnenden Ängste abzubauen, Eingewöhnungszeiten nach Umzug ins Pflegeheim zu erleichtern und für eine vertraute Atmosphäre zu sorgen.

Herzlichen Dank an wissner-bosserhoff für den interessanten Artikel und die wahnsinnig tollen Bilder.

 

Haben Sie als Fachperson ebenfalls positive Erfahrung mit Tieren in der Pflege gemacht? Wir freuen uns über Ihre Kommentare.

 

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